
Zutaten
Es gibt Rezepte, die für mich nach Sommer schmecken. Diese Tomatentarte gehört ganz sicher dazu. Wenn die Tomaten auf dem Markt in allen Farben leuchten und ihr volles Aroma entwickelt haben, braucht es oft nicht viel mehr für ein gutes Essen. Die Süße der Tomaten, die würzigen Balsamico-Zwiebeln und der knusprige Boden aus Dinkelmehl und gerösteten Kürbiskernen ergeben zusammen eine Tarte, die ich im Sommer immer wieder zubereite. Ich kaufe dann gerne gleich mehrere Steigen Tomaten und koche Tomatensugo ein.
Besonders mag ich, dass sie sowohl warm als auch kalt hervorragend schmeckt. Frisch aus dem Ofen ist sie ein wunderbares leichtes Abendessen. Am nächsten Tag nehme ich sie gerne mit in den Garten, zum Picknick oder serviere sie bei einem sommerlichen Buffet.
Zutaten für eine Tarteform oder mehrere kleine Tarts wie ich es gerne mache.
Für den Boden:
- 110 g kalte Butter
- 120 g Dinkelmehl Type 630
- 75 g fein gehackte, geröstete Kürbiskerne
- 1 Ei
- 3 EL kaltes Wasser
- 1 Prise Salz
Für den Belag:
- 1 kg bunte Tomaten
- 2 rote Zwiebeln
- 2 EL Puderzucker
- 3 EL dunkler Balsamicoessig
- 1 EL Butter
- frischer Thymian
- Cayennepfeffer
- Salz und Pfeffer
- frische Basilikum- oder Thymianblätter
- optional Ziegen- oder Schafskäse
Zubereitung
So gelingt meine Tomatentarte
- Zunächst heize ich den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor.
- Für den Boden gebe ich alle Zutaten in eine Schüssel und verknete sie rasch zu einem Teig. Diesen drücke ich direkt mit den Fingern in eine Tarteform und ziehe dabei einen kleinen Rand hoch. Anschließend steche ich den Boden mehrmals mit einer Gabel ein, stelle ihn für etwa 20 Minuten kalt und backe ihn anschließend rund 30 Minuten goldbraun vor.
- Währenddessen schäle ich die Zwiebeln und schneide sie in feine Spalten. In einer Pfanne schmelze ich die Butter, streue einen Esslöffel Puderzucker darüber und lasse die Zwiebeln darin langsam Farbe annehmen. Dann würze ich mit frischem Thymian, etwas Salz und lösche alles mit dem Balsamicoessig ab. Eine Prise Cayennepfeffer sorgt für eine feine Schärfe. Die Zwiebeln dürfen nun etwa zehn Minuten sanft schmoren.
- Sobald der Boden schön goldgelb ist, nehme ich ihn aus dem Ofen und schalte auf die Grillfunktion mit niedriger Stufe um.
- Die geschmorten Zwiebeln verteile ich auf dem Boden. Die Tomaten schneide ich in Scheiben und lege sie dicht an dicht darauf. Anschließend bestäube ich die Tarte mit dem restlichen Puderzucker und würze sie mit Salz und Pfeffer. Wer mag, verteilt nun noch einige Stücke Ziegen- oder Schafskäse darüber.
- Unter dem Grill backe ich die Tarte weitere fünf bis zehn Minuten, bis die Tomaten leicht karamellisieren. Hier ist Vorsicht geboten, denn jeder Grill heizt anders, also unbedingt beobachten, oder wenn der Grill zu sehr heizt auf Oberhitze umstellen.
- Zum Schluss streue ich frische Thymianblätter oder Basilikum darüber.
Warum ich die Tomaten Tarte im Sommer besonders gerne mag?
- Tomaten bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und bringen gleichzeitig eine Fülle an Aroma mit. Gerade an heißen Tagen mag ich Gerichte, die leicht sind und trotzdem sättigen. Die Tomaten liefern Flüssigkeit, die Kürbiskerne sorgen für wertvolle Fette und pflanzliches Eiweiß, und der optionale Ziegenkäse ergänzt die Tarte um eine zusätzliche Proteinquelle.
- Tomaten bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser und liefern gleichzeitig Vitamin C, Kalium und den sekundären Pflanzenstoff Lycopin. Lycopin gehört zu den Carotinoiden und verleiht Tomaten ihre rote Farbe. Besonders spannend ist, dass unser Körper Lycopin aus leicht gegarten Tomaten besonders gut aufnehmen kann. Deshalb ist diese Tarte nicht nur geschmacklich, sondern auch ernährungsphysiologisch interessant.
- Durch ihren hohen Wassergehalt unterstützen Tomaten außerdem den Flüssigkeitshaushalt. Gerade im Sommer greife ich deshalb gerne zu Gerichten, die reich an wasserhaltigem Gemüse sind. Sie versorgen den Körper nicht nur mit Flüssigkeit, sondern auch mit Mineralstoffen, die an heißen Tagen besonders wichtig sind.
Warum Kürbiskerne in meinem Tarteboden landen?
- Kürbiskerne gehören für mich zu den unterschätzten heimischen Superfoods. Sie bringen ein wunderbar nussiges Aroma mit und machen den Boden deutlich spannender als ein klassischer Mürbeteig.
- Gleichzeitig liefern sie hochwertiges pflanzliches Eiweiß, Magnesium, Eisen, Zink und wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Magnesium unterstützt unter anderem die normale Muskelfunktion und wird gerade bei körperlicher Belastung oder hohen Temperaturen verstärkt benötigt.
- Durch die Kürbiskerne wird der Boden außerdem besonders knusprig und erhält eine rustikale, leicht herzhafte Note, die wunderbar mit den süßen Tomaten harmoniert.
Warum Ziegenkäse so gut dazu passt?
- Ich verwende bei dieser Tarte besonders gerne Ziegenkäse oder Schafskäse. Beide bringen eine angenehme Frische und eine leichte Säure mit, die einen schönen Kontrast zur Süße der Tomaten bilden.
- Ziegenkäse liefert hochwertiges Eiweiß und trägt dazu bei, dass die Tarte länger sättigt. Gemeinsam mit den Kürbiskernen entsteht dadurch eine ausgewogene Kombination aus Kohlenhydraten, Eiweiß und hochwertigen Fetten.
- Außerdem mag ich die Cremigkeit, die der Käse auf die Tarte bringt. Während die Tomaten beim Backen saftig werden und die Zwiebeln eine feine Süße entwickeln, sorgt der geschmolzene Käse für zusätzliche Tiefe und Würze.
Was passt zu dieser Tarte?
- Ich serviere dazu gerne einen einfachen Blattsalat mit meiner klassischen Vinaigrette. Besonders schön passen auch Rucola, junge Spinatblätter oder ein Gurkensalat mit frischen Kräutern.
- An heißen Tagen trinke ich dazu gerne einen Holunderessig-Spritz. Die feine Säure harmoniert wunderbar mit den süßen Tomaten und macht das Gericht noch sommerlicher.
- Auch als Teil eines Buffets macht sich die Tarte hervorragend. Sie passt zu gegrilltem Gemüse, Antipasti, Oliven oder einem frischen Kräuterquark.
Meine liebsten Varianten
- Im Hochsommer ergänze ich die Tarte manchmal mit gerösteten Zucchini oder Auberginen. Sehr gut schmecken auch schwarze Oliven oder einige Kapern.
- Im Spätsommer kombiniere ich Tomaten und Ziegenkäse gerne mit frischen Feigen. Die Süße der Feigen passt hervorragend zum würzigen Käse.
- Wer keinen Ziegenkäse mag, kann problemlos Feta oder Schafskäse verwenden. Auch ein Klecks Ricotta macht sich sehr gut.
- Und wenn besonders viele Kräuter im Garten wachsen, streue ich kurz vor dem Servieren großzügig Basilikum, Thymian oder Oregano darüber.
Die Tomaten Tarte als Hingucker auf dem Sommer- Buffet
Für mich ist diese Tomatentarte auch ein wunderbares Beispiel dafür, wie einfach nachhaltige und saisonale Küche sein kann. Im Sommer stehen Tomaten in einer unglaublichen Vielfalt zur Verfügung. Sie haben kurze Transportwege, werden vollreif geerntet und bringen dadurch ein Aroma mit, das man zu keiner anderen Jahreszeit findet.
Gerade auf Sommerbuffets spielt die Tarte ihre Stärken aus. Sie lässt sich gut vorbereiten, schmeckt warm ebenso wie kalt und kann unkompliziert in kleine Stücke geschnitten werden. Dadurch eignet sie sich für Gartenfeste, Geburtstage, Firmenveranstaltungen oder lange Sommerabende mit Freunden.
In unseren Kochkursen sprechen wir oft darüber, dass nachhaltiges Kochen nicht kompliziert sein muss. Es beginnt mit der Frage, welche Zutaten gerade Saison haben und wie wir aus ihnen das Beste herausholen können. Diese Tarte ist dafür ein schönes Beispiel: Aus Tomaten, Zwiebeln, Kräutern und wenigen weiteren Zutaten entsteht ein Gericht, das Gäste begeistert und gleichzeitig die Jahreszeit auf den Teller bringt.
Auf einem sommerlichen Buffet kombiniere ich die Tarte gerne mit weiteren saisonalen Gerichten. Besonders gut passen ein bunter Blattsalat mit unserer klassischen Vinaigrette, gegrilltes Gemüse, Kräuterquark, eingelegtes Gemüse oder ein sommerlicher Brotsalat. Zum Abschluss dürfen natürlich fruchtige Desserts wie unsere Pavlova mit Beeren oder eine Beerencrumble nicht fehlen.
Viele der Rezepte auf unserer Website folgen genau diesem Gedanken: saisonale Zutaten, möglichst aus der Region, handwerklich zubereitet und mit viel Geschmack. Denn Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht Verzicht, sondern den bewussten Umgang mit dem, was gerade wächst und verfügbar ist.
Wer tiefer in dieses Thema eintauchen möchte, findet in unseren Kochkursen immer wieder Anregungen rund um saisonale Küche, regionale Produkte, kreative Gemüserezepte und die Frage, wie nachhaltiges Kochen im Alltag gelingen kann. Denn oft entstehen die besten Gerichte genau dann, wenn wir uns von der Jahreszeit inspirieren lassen.