
Zutaten
Holunderessig – Sommerduft in der Flasche
Es gibt Rezepte, die sind so einfach, dass man sich fragt, warum man sie nicht schon viel früher ausprobiert hat. Holunderessig gehört für mich genau in diese Kategorie. Für mich ist er eines der schönsten und sinnvollsten Holunderrezepte überhaupt. Während Holunderblütensirup meist innerhalb weniger Wochen verbraucht ist, begleitet mich dieser Essig durch das ganze Jahr und bringt den Duft eines warmen Frühsommertages immer wieder zurück in die Küche.
Wenn Ende Mai oder Anfang Juni die weißen Holunderdolden blühen, lohnt es sich, früh am Morgen mit einem Korb loszuziehen. Dann sind die Blüten besonders aromatisch und die feinen ätherischen Öle noch nicht von der Mittagssonne verflogen. Der Duft der frisch geernteten Dolden ist unverwechselbar – leicht, blumig und voller Sommererinnerungen.
- 20 Holunderdolden
- 1 Liter bio Apfelessig
- 1 Gefäß zum Reifen das abdeckbar ist
- 1 feines Sieb
- Flaschen zum Abfüllen
Zubereitung
- Die Holunderdolden vorsichtig ausschütteln, damit kleine Insekten entweichen können. Die Blüten möglichst nicht waschen, da dabei viel Aroma verloren geht.
- Die Dolden in ein großes Glas geben und mit dem Apfelessig übergießen. Darauf achten, dass alle Blüten vollständig bedeckt sind.
- Das Glas verschließen und vier Tage an einem hellen, aber nicht sonnigen Ort ziehen lassen. Dabei ein- bis zweimal täglich leicht umrühren oder das Glas vorsichtig schwenken.
- Anschließend den Essig durch ein feines Sieb oder Tuch abseihen und in saubere Flaschen füllen.
- Kühl und dunkel gelagert hält sich der Holunderessig problemlos viele Monate.
Warum Bio-Essig?
Gerade bei diesem Rezept lohnt es sich, auf gute Qualität zu achten. Die Holunderblüten geben ihr feines Aroma direkt an den Essig ab. Ein hochwertiger Bio-Essig bringt deshalb deutlich bessere Ergebnisse als ein stark industriell hergestellter Essig.
Bio-Apfelessig wird meist schonender hergestellt und besitzt oft mehr eigene Fruchtaromen. Dadurch entsteht ein harmonisches Zusammenspiel aus milder Säure und blumigen Holundernoten.
Warum Apfelessig?
Apfelessig ist deutlich sanfter als viele Weißwein- oder Branntweinessige. Seine natürliche Fruchtigkeit unterstützt die floralen Aromen des Holunders, statt sie zu überdecken.
Die leichte Apfelnote verbindet sich wunderbar mit den Blüten und sorgt für einen ausgewogenen Essig, der vielseitig eingesetzt werden kann.
Verwendung in der Küche
Holunderessig ist ein echter Allrounder.
Besonders gerne verwende ich ihn:
- für sommerliche Blattsalate
- in Vinaigrettes mit Honig und Senf
- zu Gurkensalat
- für feine Marinaden
- in unserer geeisten Gurkensuppe
- als kleiner Säurekick in alkoholfreien Spritz-Getränken
- für einen Holunder-Spritz mit Mineralwasser und Eiswürfeln
- als Aromenkick in unserer Pavlova
Ein überraschender Einsatzort ist auch die Patisserie. Ein kleiner Schuss Holunderessig im Baiser sorgt für zusätzliche Stabilität und bringt gleichzeitig eine feine florale Note mit. Besonders bei meiner Pavlova harmoniert das wunderbar mit Beeren und Früchten.
Blütenessige – mehr als nur Holunder
Wer einmal Holunderessig angesetzt hat, wird schnell neugierig auf weitere Blütenaromen.
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Fliederessig
Die essbaren Blüten des gewöhnlichen Flieders verleihen Essig ein zartes, leicht parfümiertes Aroma. Besonders schön passt Fliederessig zu Obstsalaten, Spargel oder jungen Blattsalaten.
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Jasminessig
Echter Jasmin eignet sich ebenfalls hervorragend für aromatische Essige. Sein Duft erinnert an warme Sommerabende und bringt eine elegante Note in Dressings oder leichte Desserts. Wichtig ist dabei, nur unbehandelte und ausdrücklich essbare Jasminblüten zu verwenden.
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Rosenessig
Ein Klassiker unter den Blütenessigen. Duftende, ungespritzte Gartenrosen verwandeln einfachen Essig in eine aromatische Spezialität, die hervorragend zu Erdbeeren, Spargel oder feinen Blattsalaten passt.
Mein Fazit
Holunderessig zeigt für mich, wie wenig es manchmal braucht, um etwas Besonderes zu schaffen. Aus zwei Zutaten entsteht ein Vorrat, der das ganze Jahr über an sonnige Junitage erinnert. Während die Holunderblüten draußen längst verblüht sind, steckt ihr Duft noch immer in jeder Flasche.
Vielleicht ist genau das die größte Freude am Einkochen, Einlegen und Haltbarmachen: ein kleines Stück Saison zu bewahren und es viele Monate später wieder auf den Teller zu bringen. Holunderessig gelingt dabei beinahe mühelos – und genau deshalb gehört er für mich jeden Frühsommer aufs Neue dazu.