Apfelkuchen

apfeltarte

Zutaten

Es gibt Rezepte, die brauchen nicht viel, um besonders zu sein. Dieser feine Apfelkuchen mit Apfelmus und knusprigem Mürbeteig gehört für mich dazu. Äpfel, Butter, Mehl, ein wenig Vollrohrzucker und Gewürze – mehr braucht es eigentlich nicht.

Die Äpfel auf den Bildern kommen dieses Mal sogar aus unserem eigenen Garten. Und genau das mag ich am Kochen besonders: Lebensmittel dann zu verwenden, wenn sie gerade da sind. Nicht, weil ein Rezeptplan es vorgibt, sondern weil ein Baum voller Äpfel plötzlich die Frage stellt: Was machen wir daraus?

Unsere Gäste in unserer Kochschule in München lieben diesen Apfelkuchen, gerade als Desert nach einer kräftigen herbstlichen Hauptspeise wie unsere Rouladen

Gemeinsam wurde geschält, geschnitten, Apfelmus gekocht, Teig ausgerollt und belegt. Genau solche Momente sind für mich das, was Kochen ausmacht. Aus wenigen guten Zutaten entsteht gemeinsam etwas Neues – und am Ende sitzen alle zusammen am Tisch.

Apfelkuchen mit Apfelmus, Apfelschnitzen und Mürbeteig

Das Besondere an diesem Rezept ist die Kombination aus zwei unterschiedlichen Konsistenzen: Auf den mürben Boden kommt zunächst eine dünne Schicht selbst gekochtes Apfelmus. Darüber lege ich frische Apfelscheiben. Das Mus hält den Kuchen schön saftig, während die Äpfel oben noch Struktur behalten.

Kardamom und eine kleine Menge Kakao im Teig geben dem Kuchen zusätzlich Tiefe. Man schmeckt nicht sofort heraus, was darin steckt – aber genau diese kleine Würze macht einen Unterschied.

Zutaten für den Apfelkuchen

  • 150 g weiche Butter
  • 50 g Butter für die Butterflocken
  • 100 g Vollrohrzucker
  • 1 Ei
  • 250 g Weizenmehl oder Dinkelmehl
  • 1 Messerspitze Kardamom
  • 1 Messerspitze Meersalz
  • 1 Messerspitze Kakao
  • 6 Äpfel ca. 1 kg 
  • etwas Zucker für das Apfelmus
  • etwas grober Zucker zum Bestreuen
  • etwas Butter zum Fetten der Form

Zubereitung

So bereite ich meinen feinen Apfelkuchen zu

  • Zuerst schlage ich 150 g Butter mit dem Vollrohrzucker schön schaumig. Dann gebe ich das Ei dazu.
  • Anschließend kommen Kardamom, Meersalz und die kleine Messerspitze Kakao hinein. Zum Schluss knete ich das Mehl unter, bis ein gleichmäßiger Teig entsteht.
  • Den Teig lasse ich möglichst eine Stunde im Kühlschrank ruhen. Dadurch wird die Butter wieder fest und der Teig lässt sich anschließend besser verarbeiten.
  • Eine Springform fette ich mit etwas Butter aus und kleide Boden und Rand mit dem gekühlten Teig aus.
  • In der Zwischenzeit kümmere ich mich um die Äpfel. 
  • Alle Äpfel werden zunächst geschält.
  • 2-3 Äpfel schneide ich klein. Mit wenig Zucker und bei niedriger bis mittlerer Hitze koche ich daraus ein einfaches Apfelmus. Zusätzliche Flüssigkeit braucht es meist nicht – die Äpfel bringen selbst genug davon mit. Das Mus lasse ich etwas abkühlen. Es darf nicht zu feucht sein, da es sonst den Boden zu weich machen würde. 
  • Jetzt kannst du den Backofen auf 180°C vorheizen.
  • Die übrigen Äpfel viertele ich, entferne ebenfalls das Kerngehäuse und schneide die Viertel in feine Scheiben.
  • Das abgekühlte Apfelmus verteile ich gleichmäßig auf dem Kuchenboden. Darauf lege ich die Apfelscheiben dicht nebeneinander. Zum Schluss streue ich etwas groben Zucker darüber und verteile die restlichen 50 g Butter in kleinen Flocken auf den Äpfeln.
  • Der Apfelkuchen kommt bei 180 °C Ober-/Unterhitze für etwa 30 Minuten in den vorgeheizten Backofen.
  • Er ist fertig, wenn der Rand schön gebräunt ist und die Äpfel weich geworden sind, aber noch etwas Struktur haben.

Welche Äpfel eignen sich für Apfelkuchen?

Für einen guten Apfelkuchen verwende ich am liebsten Äpfel, die nicht nur süß sind. Eine gewisse Säure macht einen großen Unterschied, denn sie bildet einen schönen Gegenpol zu Butter und Zucker.

Gut geeignet sind beispielsweise Boskoop, Elstar, Cox, Braeburn oder Jonagold.  Besonders alte Apfelsorten schmecken toll. Hier kann es sein dass ihr ein paar mehr Äpfel braucht, da sie meist kleiner sind. 

Und wenn im eigenen Garten ein Apfelbaum steht, würde ich zunächst genau diese Äpfel ausprobieren. Nicht jeder Apfel muss einer bestimmten Sorte entsprechen, um einen guten Kuchen zu ergeben.

Im Gegenteil: Gerade die unterschiedlichen Aromen alter oder regionaler Sorten machen für mich den Reiz aus. Und ich liebe die Früchte dann zu verwenden, wenn sie auch reif und vor Ort zu beziehen sind. Regional und saisonal ist einer unserer Grundsätze in der Küche. So liebe ich im Frühling den Rhabarberkuchen mit Baiser oder die Rhabarbertarte, im Sommer mit Beeren und im Spätsommer der Pflaumenkuchen oder die Pflaumenknödel

Warum Äpfel so wertvoll sind

Äpfel liefern unter anderem Ballaststoffe und verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Zu den in Äpfeln vorkommenden sekundären Pflanzenstoffen gehören beispielsweise Flavonoide. Obst insgesamt liefert außerdem Vitamine und Mineralstoffe und ist ein wichtiger Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung.

Besonders interessant sind die Ballaststoffe. Obst gehört unter anderem zu den Quellen löslicher Ballaststoffe wie Pektin. Ballaststoffe unterstützen beispielsweise die Verdauung, beeinflussen die Sättigung und können eine präbiotische Wirkung haben.

Natürlich wird aus einem Kuchen deshalb kein Gesundheitsprodukt – und das muss er für mich auch nicht werden.

Für mich gehört zu einer guten Ernährung genauso, mit Freude zu essen und Lebensmittel bewusst auszuwählen. Ein selbst gebackener Apfelkuchen aus guten Zutaten darf genau das sein: Genuss.

So könnt ihr den Apfelkuchen toppen

Der Kuchen schmeckt schon pur wunderbar. Je nach Anlass kann man ihn aber leicht verändern.

  • Geröstete Mandeln: Mandelblättchen kurz ohne Fett rösten und vor dem Servieren über den Kuchen geben. Das bringt zusätzlich Crunch. 
  • Walnüsse: Besonders zu kräftigen oder säuerlichen Äpfeln passen grob gehackte Walnüsse sehr gut.
  • Zimt: Wer es klassischer mag, gibt etwas Zimt zum groben Zucker.
  • Crème fraîche: Ein kleiner Klecks leicht aufgeschlagene Crème fraîche bringt Säure und Frische ins Spiel.

Was passt zu Apfelkuchen?

Am liebsten esse ich diesen Kuchen noch leicht lauwarm und mit geschlagener Sahne.

Dazu passt ein guter Kaffee genauso wie schwarzer Tee oder ein würziger Chai. Als Dessert kann man den Apfelkuchen mit einer Kugel Vanilleeis, Vanillesauce oder einem Löffel Crème fraîche servieren.

Im Herbst gefällt mir auch die Kombination mit gerösteten Nüssen besonders gut. Walnuss, Haselnuss und Mandel bringen Röstaromen mit, die wunderbar mit Apfel, Butter und Kardamom harmonieren.

Und wer Gäste hat, kann aus dem einfachen Apfelkuchen schnell ein schönes Dessert machen: ein noch lauwarmes Stück Kuchen, daneben etwas Crème fraîche, geröstete Walnüsse und ein paar dünne frische Apfelspalten.

Ein Apfelkuchen, der zum Kochraum passt

Warum dieses Rezept auf unsere Seite gehört?

Weil es vieles verbindet, was uns im Kochraum wichtig ist: gute Lebensmittel, Saisonalität, Regionalität, Handwerk und gemeinsames Tun.

Die Äpfel wachsen bei uns im Garten. Unsere Gäste haben daraus im Kochraum diesen Kuchen gebacken. Am Ende wurde gemeinsam gegessen. Gerade wenn ich Zutaten mitbringe die eine Geschichte erzählen, wächst die Wertschätzung der Lebensmittel. 

Genau darin liegt für mich ein großer Wert des Kochens. Wir müssen aus guten Lebensmitteln nicht immer etwas Spektakuläres machen. Manchmal reicht es, wahrzunehmen, was gerade da ist, sorgfältig damit umzugehen und daraus gemeinsam etwas Gutes entstehen zu lassen.

Und manchmal ist das eben ein noch warmer Apfelkuchen.