
Zutaten
Diesen traditionellen Zwetschgenkuchen backe ich mit einem lockeren Hefeteig, vielen reifen Zwetschgen und Zimtzucker. In Bayern kennen wir ihn vor allem als Zwetschgendatschi, während in anderen Regionen häufig einfach von Pflaumenkuchen gesprochen wird.
Für mich gehört dieser Kuchen zum Spätsommer und zum beginnenden Herbst. Er ist bodenständig, unkompliziert und lebt von wenigen, dafür aber guten Zutaten. Ein lockerer Hefeteig, viele reife Zwetschgen und eine feine Schicht Zimtzucker – mehr braucht es eigentlich nicht.
Ich belege meinen Zwetschgendatschi sehr üppig. Auf ein Blech kommen bei mir ungefähr 1,5 Kilogramm Zwetschgen. Der Hefeteig bildet nur die weiche, luftige Grundlage und lässt den Früchten die Hauptrolle. Beim Backen tritt etwas Saft aus, verbindet sich mit dem Zimtzucker und zieht teilweise in den Teig ein. Gleichzeitig dürfen die Spitzen der Zwetschgen leicht karamellisieren.
Genau so mag ich Zwetschgendatschi am liebsten: fruchtig, saftig und nicht übermäßig süß.
Für ein Backblech von 30 x 40 cm (ergibt ca 20 Stücke) brauchst du:
- 350 g Weizenmehl 550
- 70 g Zucker
- 1 TL Vanillezucker
- 50 g weiche Butter
- 1 Ei zimmerwarm
- 15 g frische Hefe
- 3 g Salz
- 140 ml lauwarme Milch
für den Belag:
- 1,5 kg frische Pflaumen oder Zwetschgen
- 70 g Zucker, 1 TL Zimt
Außerdem:
- etwas Butter oder Backpapier
Gehzeit: insgesamt etwa 60 bis 75 Minuten
Zubereitung
Den Vorteig ansetzen
Zuerst gebe ich das Mehl in eine große Rührschüssel und forme in der Mitte eine Mulde. Jetzt bröckele ich die frische Hefe hinein. Von den 70 Gramm Zucker gebe ich ungefähr einen Teelöffel zur Hefe. Anschließend gieße ich einige Esslöffel der lauwarmen Milch dazu.
Mit einer Gabel verrühre ich die Hefe, den Zucker und die Milch mit etwas Mehl vom Rand zu einem weichen Brei. Die Schüssel decke ich mit einem sauberen Küchentuch ab und lasse den Vorteig ungefähr 10 bis 15 Minuten stehen.
Wenn sich kleine Bläschen bilden und die Hefemischung sichtbar aufgegangen ist, weiß ich, dass die Hefe arbeitet.
Man kann einen Hefeteig auch ohne Vorteig zubereiten. Ich finde diesen kleinen Zwischenschritt jedoch hilfreich. So sehe ich sofort, ob die Hefe aktiv ist, bevor ich alle Zutaten miteinander verknete.
Den Hefeteig kneten
Jetzt gebe ich den restlichen Zucker, den Vanillezucker, das zimmerwarme Ei, die geschmolzene und leicht abgekühlte Butter, die restliche Milch und das Salz in die Schüssel.
Ich knete alles zunächst auf einer niedrigen Stufe, bis sich die Zutaten miteinander verbunden haben. Danach knete ich den Teig ungefähr 8 bis 10 Minuten weiter, bis er glatt, elastisch und weich ist.
Wer den Teig mit der Hand knetet, sollte sich dafür etwa 10 bis 12 Minuten Zeit nehmen. Ich falte den Teig dabei immer wieder von außen zur Mitte, drücke ihn mit dem Handballen nach vorne und drehe ihn anschließend ein Stück weiter.
Am Anfang wirkt der Teig möglicherweise etwas klebrig. Ich gebe trotzdem nicht sofort zusätzliches Mehl hinein. Während des Knetens entwickelt sich das Klebergerüst und der Teig wird von selbst glatter.
Der fertige Hefeteig darf noch leicht kleben. Er sollte aber nicht mehr fließen und sich weitgehend vom Schüsselrand lösen. Ist er nach dem gründlichen Kneten noch sehr weich, gebe ich höchstens einen Esslöffel Mehl dazu. Ist er dagegen fest oder trocken, arbeite ich esslöffelweise noch etwas Milch ein.
Den Hefeteig gehen lassen
Ich forme den Teig zu einer Kugel und lege ihn zurück in die Schüssel. Anschließend decke ich ihn ab und lasse ihn an einem warmen, vor Zugluft geschützten Ort gehen.
Je nach Raumtemperatur benötigt er dafür ungefähr 45 bis 60 Minuten. Sein Volumen sollte sich deutlich vergrößert und möglichst verdoppelt haben.
Bei Hefeteig schaue ich weniger auf die Uhr als auf den Teig. An einem warmen Sommertag kann er schon nach 40 Minuten bereit sein. In einer kühleren Küche braucht er möglicherweise eine Viertelstunde länger.
Der Teig darf in Ruhe arbeiten. Ich stelle ihn deshalb nicht an einen sehr heißen Ort, um die Gehzeit zu verkürzen. Eine langsame, gleichmäßige Gare ist für Geschmack und Konsistenz besser als zu viel Wärme.
Die Zwetschgen vorbereiten
Während der Hefeteig geht, bereite ich die Zwetschgen vor.
Ich wasche sie und trockne sie sorgfältig ab. Anschließend schneide ich jede Zwetschge der Länge nach auf und entferne den Stein. Für die typische Form schneide ich die beiden Zwetschgenhälften noch einmal längs ein, ohne sie vollständig voneinander zu trennen. So entstehen vier zusammenhängende Fruchtteile. Beim Belegen lassen sie sich auffächern und dicht in den Teig setzen.
Sehr reife und weiche Früchte bereite ich möglichst erst kurz vor dem Belegen vor. Je länger aufgeschnittene Zwetschgen stehen, desto mehr Saft können sie abgeben.
Früchte mit kleinen Druckstellen kann man verwenden, wenn man die betroffenen Stellen großzügig entfernt. Schimmelige, faulige oder bereits gärig riechende Früchte sortiere ich vollständig aus.
Den Teig auf das Blech geben
Ich lege ein Backblech von ungefähr 30 × 40 cm mit Backpapier aus. Alternativ kann das Blech dünn mit Butter eingefettet werden.
Den gegangenen Hefeteig gebe ich auf das Backblech und ziehe den Teig aus. Mit den Fingerspitzen drücke ich ihn bis in die Ecken und forme einen kleinen Rand.
Der Teig ist zunächst relativ dünn. Das ist richtig, denn er geht beim zweiten Ruhen und später beim Backen noch etwas auf. Der Zwetschgendatschi soll schließlich hauptsächlich nach Früchten und nicht nach einem dicken Hefeboden schmecken.
Ich lasse den Teig auf dem Blech noch einmal ungefähr 15 Minuten entspannen. In dieser Zeit heize ich den Backofen auf 180 °C Umluft vor.
Den Hefeteig mit Zwetschgen belegen
Jetzt setze ich die vorbereiteten Zwetschgen dicht an dicht auf den Hefeteig.
Die Schale liegt unten auf dem Teig, die Schnittflächen zeigen nach oben. Ich stelle die Zwetschgen leicht aufrecht und lasse die Reihen etwas überlappen.
Das sieht auf dem ungebackenen Kuchen fast nach zu vielen Früchten aus. Beim Backen verlieren die Zwetschgen aber Volumen und sinken zusammen. Wenn zwischen den rohen Früchten bereits große Abstände liegen, wirkt der fertige Kuchen später nur spärlich belegt.
Deshalb verwende ich für dieses Rezept ungefähr 1,5 Kilogramm Zwetschgen. Je nach Größe der Früchte kann die tatsächlich benötigte Menge ein wenig abweichen. Entscheidend ist, dass kaum noch freie Teigflächen zu sehen sind.
Zum Schluss verteile ich die 70 Gramm Zimtzucker gleichmäßig über den Zwetschgen.
Ich zuckere die Früchte erst unmittelbar vor dem Backen. Zucker zieht Flüssigkeit aus den Zwetschgen. Werden sie schon lange vorher bestreut, tritt unnötig viel Saft aus und gelangt auf den noch rohen Hefeteig.
Den Zwetschgendatschi backen
Ich schiebe das Blech auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Backofens und backe den Zwetschgendatschi bei 180 °C Umluft ungefähr 30 Minuten.
Nach etwa 25 Minuten schaue ich zum ersten Mal nach dem Kuchen. Fertig ist er, wenn der Rand goldbraun ist, die Früchte weich geworden sind und an den Spitzen leicht karamellisieren. Der Saft zwischen den Zwetschgen darf sichtbar köcheln.
Jeder Backofen arbeitet etwas anders. Sind die Früchte nach 30 Minuten noch sehr fest, lasse ich den Kuchen weitere 3 bis 5 Minuten im Ofen.
Wird der Hefeteigrand zu schnell dunkel, setze ich das Blech eine Schiene tiefer oder decke die Randbereiche locker mit Backpapier ab.
Den Kuchen abkühlen lassen
Nach dem Backen lasse ich den Zwetschgendatschi zunächst etwa 15 bis 20 Minuten auf dem Blech abkühlen.
Diese Ruhezeit ist wichtig. Der heiße Fruchtsaft kann sich etwas setzen und der Belag bekommt mehr Stabilität. Schneidet man den Kuchen direkt aus dem Ofen an, rutschen die Früchte leichter vom Teig und der Saft läuft heraus.
Danach serviere ich den Datschi entweder noch lauwarm oder lasse ihn vollständig auskühlen. Zum Schneiden verwende ich ein scharfes Messer mit leichtem Wellenschliff. Damit lassen sich sowohl der weiche Hefeteig als auch die Zwetschgenhaut gut durchtrennen.
Welche Zwetschgen eignen sich für Zwetschgendatschi?
Für einen traditionellen Zwetschgendatschi verwende ich am liebsten reife, aber noch feste Zwetschgen. Sie sollten aromatisch sein und sich gut vom Stein lösen.
Zwetschgen sind meist länglich und dunkelblau bis violett. Ihr Fruchtfleisch ist fester als das vieler runder Pflaumensorten. Beim Backen behalten sie ihre Form besser und geben ihren Saft etwas kontrollierter ab.
Klassische runde Pflaumen können ebenfalls verwendet werden. Sie sind häufig größer, weicher und saftiger. Dadurch wird der Kuchen meist feuchter und die Früchte zerfallen im Ofen stärker. Große Pflaumen schneide ich deshalb in schmalere Spalten.
Am wichtigsten ist für mich nicht allein der Sortenname, sondern die Qualität der Frucht. Eine reife, aromatische Pflaume aus einem regionalen Garten kann für den Kuchen viel besser geeignet sein als eine unreif geerntete Zwetschge mit langem Transportweg.
Ich habe die eigenen Pflaumen aus dem Garten verwendet, eine sehr alte Sorte und dank dem wenigen Regen auch sehr klein. Dafür sehr aromatisch. Und da ich nicht genug hatte habe ich den Kuchen mit verschiednen Pflaumensorten gemischt.
Diese Pflaumen- und Zwetschgensorten funktionieren gut
Hauszwetschge
Die Hauszwetschge ist für mich der Klassiker zum Backen. Sie besitzt ein kräftiges, süß-säuerliches Aroma, löst sich bei guter Reife leicht vom Stein und bleibt im Ofen vergleichsweise formstabil.
Sie reift relativ spät und ist deshalb eine typische Frucht für den Übergang vom Spätsommer zum Herbst. Für einen traditionellen Zwetschgendatschi ist sie ideal.
Bühler Frühzwetschge
Die Bühler Frühzwetschge reift deutlich früher und eröffnet vielerorts die Zwetschgensaison. Sie ist saftig und aromatisch und lässt sich gut für Kuchen verwenden.
Je nach Witterung kann sie etwas mehr Flüssigkeit enthalten. Ich verarbeite sie deshalb reif, aber noch fest.
Cacaks Schöne
Cacaks Schöne bildet größere, dunkelblaue Früchte mit festem Fruchtfleisch. Sie lässt sich meistens gut entsteinen und ist auf Wochenmärkten und im Handel relativ häufig zu finden.
Durch die großen Früchte ist das Vorbereiten besonders unkompliziert. Sie eignet sich gut, wenn für ein ganzes Blech eine größere Menge benötigt wird.
Ortenauer Zwetschge
Die Ortenauer Zwetschge reift eher spät und bringt ein schönes Verhältnis von Süße und Säure mit. Ihr Fruchtfleisch ist aromatisch und fest genug, um beim Backen nicht vollständig zu zerfallen.
Fellenberg
Fellenberg wird teilweise auch als italienische Zwetschge angeboten. Die länglichen Früchte besitzen ein kräftiges Aroma und festes Fruchtfleisch. Sie eignen sich sehr gut für Zwetschgendatschi.
Während der heimischen Zwetschgensaison achte ich trotzdem auf die Herkunft. Regionale Früchte mit kurzen Wegen sind für mich immer die erste Wahl.
Hanita
Hanita ist aromatisch, süß und normalerweise gut steinlösend. Vollreif kann sie ziemlich saftig werden. Ich verarbeite die Früchte deshalb, sobald sie reif, aber noch schnittfest sind.
President
President ist eine große, spät reifende Pflaumensorte. Sie besitzt festes, eher säuerliches Fruchtfleisch. Aufgrund ihrer Größe teile ich die Früchte in schmalere Spalten, bevor ich sie auf dem Teig verteile.
Mirabellen und Renekloden
Mirabellen und Renekloden lassen sich ebenfalls auf Hefeteig backen, ergeben aber einen anderen Kuchen.
Mirabellen sind klein, süß und sehr aromatisch. Das Entsteinen benötigt etwas mehr Zeit. Renekloden sind häufig besonders saftig und süß und verlieren beim Backen stärker ihre Form.
Bei sehr saftigen Früchten streue ich vor dem Belegen eine dünne Schicht gemahlene Mandeln auf den Hefeteig. Sie nimmt einen Teil der austretenden Flüssigkeit auf.
Regionalität und Saison
Je nach Region und Sorte beginnt die Zwetschgensaison im Juli und reicht bis in den Oktober. Frühe Sorten sind bereits im Hochsommer reif, während die klassische Hauszwetschge häufig erst im Spätsommer oder frühen Herbst geerntet wird.
Ich kaufe Zwetschgen am liebsten auf dem Wochenmarkt, in einem Hofladen oder direkt bei einem regionalen Obstbaubetrieb. Dort lohnt es sich, nach der Sorte und ihrer Verwendung zu fragen. Nicht jede Zwetschge, die roh besonders süß schmeckt, ist automatisch die beste Backfrucht.
Saisonales Kochen und Backen bedeutet für mich keinen Verzicht. Im Gegenteil: Ich verwende eine Frucht genau dann, wenn sie ihr volles Aroma entwickelt hat und in der Region reichlich vorhanden ist.
Eine reife Zwetschge braucht wenig Zucker und keine komplizierte Inszenierung. Ihr eigener Geschmack darf im Mittelpunkt stehen. Genau deshalb passt der Zwetschgendatschi so gut zu meiner Art zu kochen und zu backen: achtsam, bodenständig und mit Respekt vor dem Lebensmittel.
Wenn nach dem Belegen sehr weiche, aber noch einwandfreie Zwetschgen übrig bleiben, verarbeite ich sie zu Kompott, Mus oder Chutney. Auch in meinem Kompott lassen sich reife Zwetschgen wunderbar verwenden.
Was passt zu Zwetschgendatschi?
Mein Zwetschgendatschi schmeckt pur, lauwarm und vollständig ausgekühlt. Je nach Anlass serviere ich dazu
- frisch geschlagene Sahne
- mit wenig Zimt aromatisierte Sahne
- Vanilleeis
- Vanillesauce
- Crème fraîche oder Schmand
- griechischen Joghurt
- geröstete Mandeln oder Haselnüsse
- eine Tasse Kaffee oder Cappuccino
- schwarzen Tee
- Zitronenverbene oder Melissentee
Der Klassiker ist für mich frisch geschlagene, nur leicht gesüßte Sahne. Ihre Cremigkeit gleicht die feine Säure der Zwetschgen aus, ohne das Fruchtaroma zu überdecken.
Wenn ich den Datschi als Dessert serviere, schneide ich kleinere Stücke und gebe eine Kugel Vanilleeis oder einen Löffel Crème fraîche dazu. Besonders schön ist dann der Kontrast zwischen dem lauwarmen Kuchen und dem kalten Eis.
Wie kann ich den Hefeteig noch belegen?
Der Hefeteig eignet sich nicht nur für Zwetschgen. Ich passe den Belag einfach an das Obst an, das gerade Saison hat.
Mit Aprikosen oder Marillen
Aprikosen halbiere ich und lege sie mit der Schnittfläche nach oben dicht auf den Hefeteig. Je nach Säure bestreue ich sie mit etwas Zucker. Zu Aprikosen passt Vanille für mich besser als eine kräftige Zimtnote.
Mit Äpfeln - saftig und erfrischend
Äpfel schneide ich in dünne Spalten und lege sie dachziegelartig auf den Teig. Anschließend bestreue ich sie mit Zimtzucker. Gehackte Walnüsse oder Mandeln passen ebenfalls sehr gut dazu.
Ich verwende am liebsten aromatische, leicht säuerliche Apfelsorten, die beim Backen nicht vollständig zerfallen.
Mit Birnen - schön herbstlich
Feste Birnen schneide ich in schmale Spalten und verteile sie ebenfalls überlappend auf dem Teig. Statt Zimt kann ich mir hier auch etwas Kardamom gut vorstellen.
Da Birnen meist wenig Säure besitzen, gebe ich etwas Zitronensaft oder fein abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone darüber.
Mit Kirschen
Entsteinte Sauerkirschen oder feste Süßkirschen sind ebenfalls ein schöner Belag. Sehr saftige Kirschen lasse ich vorher gut abtropfen.
Zusätzlich streue ich eine dünne Schicht gemahlene Mandeln auf den Teig. Sie nimmt einen Teil des Fruchtsafts auf und gibt dem Kuchen ein feines Aroma.
Mit Mirabellen
Mirabellen halbiere und entsteine ich und lege sie sehr dicht auf den Teig. Da sie meist süßer als Zwetschgen sind, verwende ich weniger Zucker.
Mit Beeren
Heidelbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren kann ich einzeln oder gemischt verwenden. Auch hier streue ich gerne einige gemahlene Mandeln auf den Hefeteig.
Wer Beeren lieber auf einem knusprigeren Boden mag, findet in meiner Beerentarte eine weitere saisonale Backidee.
Mit Rhabarber
Rhabarber schneide ich in kleine Stücke, vermische ihn mit etwas Zucker und lasse ihn kurz ziehen. Den austretenden Saft gieße ich ab, bevor ich den Rhabarber auf dem Hefeteig verteile.
Besonders gut passen dazu Butterstreusel. Eine weitere Variante ist mein Rhabarberkuchen mit Baiser
Mit Trauben und Nüssen
Kernlose Trauben halbiere ich und kombiniere sie mit Walnüssen oder Haselnüssen. Daraus entsteht ein spätsommerlicher Hefekuchen mit einer ganz anderen, aber ebenfalls sehr regionalen Anmutung.
Meine wichtigsten Tipps für einen saftigen Zwetschgendatschi
- Ich verwende reife, aber noch feste Zwetschgen.
- Ich trockne die gewaschenen Früchte sorgfältig ab.
- Ich knete den Hefeteig lange genug und gebe nicht vorschnell zusätzliches Mehl hinein.
- Ich richte mich bei der Gehzeit nach dem Volumen des Teigs und nicht nur nach der Uhr.
- Ich rolle den Hefeteig relativ dünn aus.
- Ich stelle die Zwetschgen dicht und leicht überlappend auf den Teig.
- Ich gebe den Zimtzucker erst unmittelbar vor dem Backen über die Früchte.
- Ich lasse den fertigen Kuchen vor dem Anschneiden etwas ruhen.
Häufige Fehler und wie ich sie vermeide
Der Hefeteig geht nicht auf
Wenn der Teig nicht aufgeht, kann die Milch zu heiß, die Hefe zu alt oder der Raum zu kalt gewesen sein. Mit dem Vorteig prüfe ich bereits zu Beginn, ob die Hefe aktiv ist. Zeigen sich nach 15 Minuten keine Bläschen und keine Veränderung, verwende ich lieber neue Hefe. In einer kühlen Küche lasse ich dem Teig einfach mehr Zeit. Wurde die Hefe allerdings durch zu heiße Flüssigkeit geschädigt, lässt sich der Teig kaum noch retten.
Der Boden wird zu feucht
Sehr reife Pflaumen geben viel Flüssigkeit ab. Deshalb lasse ich gewaschene Früchte gut trocknen und lege sie nicht flach, sondern leicht aufrecht auf den Teig.
Bei ausgesprochen saftigen Sorten streue ich eine dünne Schicht gemahlene Mandeln auf den Boden. Außerdem lasse ich den Kuchen nach dem Backen ruhen, bevor ich ihn anschneide.
Der Hefeteig wird trocken
Ein trockener Boden entsteht häufig durch zu viel zusätzliches Mehl oder eine zu lange Backzeit. Der rohe Teig darf weich und leicht klebrig bleiben. Auch ein zu sparsamer Fruchtbelag kann dazu führen, dass der Kuchen trocken schmeckt. Die 1,5 Kilogramm Zwetschgen sind bei diesem Rezept deshalb bewusst großzügig bemessen.
Zwetschgendatschi aufbewahren und einfrieren
Am Backtag schmeckt der Zwetschgendatschi am besten. Durch die Butter, das Ei und den saftigen Belag ist er aber auch am nächsten Tag noch angenehm weich.
Ich lasse den Kuchen vollständig auskühlen und decke ihn anschließend gut ab. Bei kühler Raumtemperatur kann er bis zum nächsten Tag stehen. Bei warmem Wetter bewahre ich ihn im Kühlschrank auf. Dort hält er sich ungefähr zwei bis drei Tage.
Vor dem Servieren kann man einzelne Stücke für einige Minuten bei niedriger Temperatur im Backofen erwärmen. Dadurch wird der Hefeteig wieder weicher und die Zwetschgen beginnen erneut zu duften.
Der Datschi lässt sich auch gut einfrieren. Dafür schneide ich den vollständig ausgekühlten Kuchen in Stücke und verpacke sie möglichst luftdicht. Zwischen die einzelnen Stücke lege ich Backpapier.
Zum Auftauen lasse ich die gewünschte Menge bei Raumtemperatur stehen. Anschließend backe ich die Stücke kurz im Ofen auf.
Häufige Fragen zum Zwetschgendatschi
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Wie viele Zwetschgen brauche ich für ein Blech?
Für ein Backblech von ungefähr 30 × 40 cm verwende ich etwa 1,5 Kilogramm Zwetschgen. Abhängig von der Größe der Früchte kann die Menge leicht variieren. Die Zwetschgen sollten dicht und leicht überlappend auf dem Teig stehen.
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Kann ich Pflaumen statt Zwetschgen verwenden?
Ja, der Kuchen gelingt auch mit Pflaumen. Runde Pflaumen sind oft weicher und saftiger als Zwetschgen. Große Früchte schneide ich in schmalere Spalten. Bei sehr saftigen Sorten gebe ich etwas gemahlene Mandeln auf den Hefeteig.
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Wie lange muss der Zwetschgendatschi backen?
Ich backe den Zwetschgendatschi bei 180 °C Umluft ungefähr 30 Minuten. Nach 25 Minuten prüfe ich die Bräunung. Die Früchte sollen weich und der Hefeteigrand soll goldbraun sein.
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Kann ich Trockenhefe verwenden?
Grundsätzlich kann frische Hefe durch Trockenhefe ersetzt werden. Für 15 Gramm frische Hefe benötige ich ungefähr 5 Gramm Trockenhefe. Ich bevorzuge für dieses Rezept frische Hefe, weil ich damit bei diesem weichen, traditionellen Hefeteig sehr gute Erfahrungen gemacht habe.
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Warum kommt der Zimtzucker erst vor dem Backen auf die Früchte?
Zucker zieht Wasser aus den Zwetschgen. Würde ich ihn schon früh dazugeben, würden die Früchte Saft abgeben, bevor der Kuchen im Ofen ist. Deshalb verteile ich den Zimtzucker erst unmittelbar vor dem Backen.
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Kann man Zwetschgendatschi einfrieren?
Ja. Ich friere den vollständig ausgekühlten Kuchen portionsweise und luftdicht verpackt ein. Nach dem Auftauen erwärme ich die Stücke für einige Minuten im Backofen.
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Schmeckt Zwetschgendatschi warm oder kalt besser?
Ich mag ihn besonders gerne lauwarm, weil dann der Duft der Zwetschgen und des Zimts sehr präsent ist. Vollständig ausgekühlt lässt er sich jedoch sauberer schneiden und schmeckt ebenfalls wunderbar.
Tradition, die nach Spätsommer schmeckt
Zwetschgendatschi ist für mich ein wunderbares Beispiel dafür, wie aus wenigen guten Zutaten etwas Besonderes entstehen kann. Genau so wie bei unseren Warenkorbkochkursen, hier ist ein bunter Warenkorb ausschlaggeben dafür was es nachher zum Essen gibt.
Es braucht keinen aufwendigen Aufbau und keine lange Zutatenliste. Entscheidend sind die Qualität der Früchte, ein sorgfältig gekneteter Hefeteig und die Bereitschaft, der Hefe die Zeit zu geben, die sie braucht.
Traditionelle Rezepte bewahren für mich nicht einfach nur eine bestimmte Zubereitungsweise. Sie erzählen auch etwas über die Landschaft, die Jahreszeiten und darüber, wie Menschen mit den Lebensmitteln gearbeitet haben, die gerade vorhanden waren.
In einem sonnigen Jahr sind die Zwetschgen vielleicht besonders süß. Nach regenreichen Wochen können sie saftiger und säuerlicher sein. Ich passe die Menge des Zimtzuckers entsprechend an und lasse mich ein Stück weit auf das ein, was die Ernte mitbringt.
Genau das schätze ich am saisonalen Kochen und Backen: Ein Rezept gibt Orientierung, aber das Lebensmittel bestimmt das Ergebnis mit.
Wenn der Zwetschgendatschi dann aus dem Ofen kommt, der Saft zwischen den Früchten noch leicht köchelt und es in der ganzen Küche nach Hefe, Zimt und warmen Zwetschgen duftet, braucht es für mich nicht viel mehr.
Vielleicht noch etwas frisch geschlagene Sahne, eine gute Tasse Kaffee und Menschen, mit denen ich den Kuchen teilen kann.