Winterminestrone

Winterminestrone

Zutaten

Es gibt Gerichte, die brauchen keine Jahreszeit, um zu wirken. Und trotzdem entfalten sie im Winter eine ganz besondere Magie. Meine Winterminestrone gehört genau in diese Kategorie. Auch ohne klirrende Kälte draußen sorgt dieser pikante, vegetarische Eintopf beim Essen für ein wohliges Gefühl – für echtes Seelenglück in der Schüssel.

Ich liebe Minestrone schon seit vielen Jahren. Ursprünglich ist sie ein klassischer, würziger Eintopf aus Italien, der von Region zu Region, von Familie zu Familie unterschiedlich zubereitet wird. Genau das macht sie so besonders: Sie ist wandelbar, saisonal, bodenständig und immer ehrlich. Für mich ist Minestrone kein festes Rezept, sondern eher ein kulinarisches Prinzip – und im Winter nutze ich dieses Prinzip besonders gern.

In meiner Winterversion kombiniere ich klassische Zutaten wie Möhren, Sellerie, Kartoffeln und Tomaten mit Wirsing, weißen Bohnen und Schwarzkohl. Das Ergebnis ist ein Eintopf, der herzhaft, frisch, pikant und angenehm sättigend ist. Ein bisschen Soul Food darf schließlich sein – gerade in der dunkleren Jahreszeit.

Für den nötigen Crunch sorgen kross gebratene Baguette-Stücke, die ich in Knoblauchöl röste. Sie bringen Textur, Röstaromen und dieses kleine Extra, das aus einer guten Suppe ein echtes Lieblingsgericht macht.

Zutaten für 4 Portionen: Für die Minestrone:

  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 1 Dose Polpa Tomaten
  • 10 Blätter Schwarzkohl
  • 2 Kartoffeln
  • 2 Karotten
  • 1 Zwiebel
  • 2–3 EL Tomatenmark
  • 2 TL Zucker
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Chilipulver
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Glas weiße Bohnen

Zum Servieren:

  • frisch geriebener Parmesan

Für den Knoblauch-Crunch:

  • Baguette (nach Bedarf)
  • Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe

Zubereitung

Ich koche diese Minestrone immer dann, wenn ich Lust auf etwas Wärmendes habe, das trotzdem leicht bleibt. Sie ist:

  • vegetarisch und vollwertig
  • reich an Gemüse und Ballaststoffen
  • wunderbar würzig und pikant
  • ideal für kalte Tage – aber nicht nur
  • perfekt zum Vorbereiten und Aufwärmen


Gerade im Winter, wenn regionale Gemüsesorten Hochsaison haben, ist diese Suppe für mich eine echte Herzensangelegenheit. Sie verbindet italienische Küche mit regionalem Wintergemüse – eine Kombination, die ich in meiner Küche und auch in meiner Kochschule immer wieder zeige.

 

Zubereitung – Schritt für Schritt

  1.  Vorbereitung des Gemüses
    Ich beginne mit dem Wirsing. Dafür entferne ich zuerst die äußeren Blätter, schneide den Strunk heraus und schneide die Blätter in feine Streifen. Anschließend blanchiere ich den Wirsing kurz in Salzwasser, schrecke ihn in eiskaltem Wasser ab und lasse ihn gut abtropfen. So behält er seine schöne Farbe und wird später in der Suppe wunderbar zart.
    Den Schwarzkohl wasche ich gründlich, entferne die harten Mittelrippen und schneide ihn ebenfalls in Streifen. Kartoffeln, Möhren und Sellerie (falls verwendet) schäle ich und schneide sie in kleine Würfel – möglichst gleichmäßig, damit alles gleichmäßig gart.
    Zwiebel und Knoblauch schäle ich und hacke sie fein.
  2. Aromatische Basis ansetzen
    In einem großen Topf erhitze ich Olivenöl und dünste zuerst die Zwiebeln glasig an. Dann kommt der Knoblauch dazu – kurz, damit er sein Aroma entfaltet, aber nicht bitter wird.
    Jetzt gebe ich Möhren, Sellerie und Kartoffeln in den Topf und röste alles kurz an. Dieser Schritt ist mir besonders wichtig, denn genau hier entstehen die ersten Röstaromen, die später die Tiefe der Minestrone ausmachen.
  3. Tomatenmark und Würze
    Als Nächstes rühre ich das Tomatenmark unter und lasse es kurz anrösten. Ich streue den Zucker darüber – er nimmt der Tomate die Säure und sorgt für eine wunderbar ausgewogene Basis.
    Jetzt lösche ich alles mit der Gemüsebrühe ab und gebe die Polpa Tomaten dazu. Ich rühre gut um, bringe alles zum Kochen und lasse die Suppe etwa 10–15 Minuten sanft köcheln.
  4. Wirsing, Schwarzkohl und Bohnen
    Nach der ersten Kochzeit gebe ich den blanchierten Wirsing und den Schwarzkohl in die Suppe. Die weißen Bohnen gieße ich ab, spüle sie gründlich unter Wasser ab und gebe sie ebenfalls in den Topf.
    Nun lasse ich die Minestrone weitere 5 Minuten köcheln, bis das Gemüse weich, aber noch bissfest ist.
  5. Knoblauch-Baguette für den Crunch
    Während die Suppe köchelt, reiße ich das Baguette in grobe Stücke. In einer Pfanne erhitze ich Olivenöl und brate die Baguette-Stücke zusammen mit einer angedrückten Knoblauchzehe goldbraun und knusprig an. Dieser Crunch ist für mich das i-Tüpfelchen – er bringt Textur und macht die Minestrone noch sättigender.
  6. Abschmecken
    Zum Schluss würze ich die Minestrone kräftig mit Salz, schwarzem Pfeffer, Chili und frisch geriebener Muskatnuss. Ich mag diesen Eintopf bewusst pikanter und würziger, denn genau das tut ihm richtig gut.

Regionale Zutaten – Wintergemüse mit Charakter

Was ich an dieser Winterminestrone besonders liebe, ist ihr Fokus auf regionale und saisonale Zutaten. Im Winter stehen uns so viele wunderbare Gemüsesorten zur Verfügung, die oft unterschätzt werden.

  • Wirsing ist ein echtes Wintergemüse: kräftig, vitaminreich und wunderbar vielseitig
  • Karotten bringen Süße und Farbe
  • Kartoffeln sorgen für Sättigung
  • Schwarzkohl ist ein klassisches Wintergemüse aus der italienischen Küche
  • Weiße Bohnen liefern pflanzliches Eiweiß und machen den Eintopf besonders nahrhaft


In meiner Küche – und auch in meiner Kochschule – lege ich großen Wert darauf, genau diese Zutaten in den Mittelpunkt zu stellen. Regional, saisonal und ehrlich gekocht schmeckt einfach besser.

Winterminestrone in meinen Kochkursen

In meiner Kochschule ist diese Winterminestrone ein fester Bestandteil der Winterkurse. Ich zeige dort, wie man aus wenigen, guten Zutaten ein Gericht zaubert, das wärmt, satt macht und glücklich.

Gerade vegetarische Eintöpfe wie dieser sind perfekt, um zu zeigen, wie viel Geschmack in Gemüse steckt. Viele Teilnehmer:innen in meinen Kochkursen sind überrascht, wie intensiv und rund so eine Minestrone schmecken kann – ganz ohne Fleisch.

Wir sprechen dabei auch über:

  • saisonale Planung
  • nachhaltigen Einkauf
  • richtige Würztechniken
  • das Abschmecken von Suppen

Diese Minestrone ist für mich ein Paradebeispiel dafür, wie einfache Küche richtig gut wird.

Toppings – so wird die Minestrone noch besser

Neben Parmesan und Knoblauch-Crunch liebe ich diese Toppings:

  • geröstete Pinienkerne
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • Chiliöl oder Knoblauchöl
  • frische Kräuter wie Petersilie oder Thymian
  • ein Klecks Ricotta oder Crème fraîche 

 

Passende Beilagen

Die Winterminestrone ist ein vollständiges Gericht, lässt sich aber wunderbar ergänzen:

 

 Passende Anlässe für die Winterminestrone

Ich koche diese Minestrone besonders gern:

  • an kalten Winterabenden
  • für Gäste, die vegetarisch essen
  • als Meal-Prep für mehrere Tage
  • bei gemütlichen Familienessen
  • als leichtes, aber wärmendes Abendessen

 

Mein Fazit

Diese Winterminestrone ist für mich viel mehr als nur eine Suppe. Sie ist ein Stück Italien, ein Bekenntnis zu regionalen Zutaten und ein echtes Wohlfühlgericht. Herzhaft, würzig, pikant – und genau das Richtige, wenn man sich von innen wärmen möchte.