
Zutaten
Selbstgemachte Pasta – mein Grundrezept für Pasta fresca wie in Italien
Selbstgemachte Pasta ist für mich weit mehr als nur ein Rezept. Sie ist Erinnerung, Handwerk, Entschleunigung – und ehrliche Küche. Wenn ich Pasta von Hand mache, bin ich ganz bei mir. Kein Termindruck, kein Multitasking. Nur Mehl, Eigelb, meine Hände und das leise Surren der Nudelmaschine. Genau dieses Gefühl möchte ich dir mit diesem Rezept für selbstgemachte Pasta weitergeben.
In meiner Kochschule Kochraum sage ich oft: Pasta ist wie ein gutes Team – sie braucht Zeit, Struktur, Gefühl und ein klares Ziel. Und genau darum geht es hier.
Zutaten für meine selbstgemachte Pasta
Für den Pastateig:
- 200 g Semola di grano duro
- 200 g Weizenmehl Tipo 00
- 4 Eigelb
- etwas Wasser
- zusätzlich Mehl zum Verarbeiten
Tipp aus meiner Küche: Das Eiweiß hebe ich immer auf – zum Beispiel für eine luftige Pavlova
Benötigtes Equipment
- großes Backbrett
- große Schüssel
- Rührgerät mit Knethaken
- Nudelmaschine oder Nudelholz
- Teigkarte (optional, aber hilfreich)
Zubereitung
Zubereitung – Schritt für Schritt zu perfekter Pasta fresca
- Mehle mischen - Ich vermische Semola di grano duro und Weizenmehl Tipo 00 gründlich in einer großen Schüssel. Diese Kombination liebe ich besonders, weil sie dem Teig Biss und Struktur gibt und ihn gleichzeitig fein und elastisch macht
- Eigelb einarbeiten - Nun gebe ich die Eigelb dazu. Das Eiweiß verwende ich bewusst nicht – Eigelb sorgt für satte Farbe, mehr Geschmack, geschmeidige Textur
Zunächst knete ich alles mit dem Knethaken des Rührgeräts und gebe schluckweise etwas Wasser dazu. - Von Hand fertigkneten - Sobald sich Ei und Mehl gut verbunden haben, kommt der Teig auf das Backbrett. Jetzt beginnt der wichtigste Teil: das Kneten mit den Händen.
Ich knete etwa 5 Minuten, gebe bei Bedarf minimal Wasser dazu und arbeite so lange, bis der Teig: fest, geschmeidig, nicht pappig, homogen und leicht glänzend ist
Dieser Schritt ist entscheidend für die Elastizität des Teiges. Nimm dir Zeit – dein Teig wird es dir danken. - Ruhezeit - Ich lasse den Teig mindestens 30 Minuten ruhen, gut in Folie gewickelt. So entspannt sich das Gluten und der Teig lässt sich später hauchdünn ausrollen.
Warum ich Pasta immer wieder selbst mache
Ich habe in Italien gelernt, dass Pasta nichts Lautes braucht. Keine Show. Keine Effekte. Nur gute Zutaten, saubere Technik und Respekt vor dem Produkt. Besonders in den Bergen der Toskana – dort, wo große, hauchzarte Tortelli serviert werden, gefüllt mit Ricotta, Spinat oder Kartoffeln – habe ich verstanden, wie fein und elegant Pasta sein kann.
Meine absolute Leibspeise sind große, zarte Tortelli oder ein einzelner Raviolo, so dünn ausgerollt, dass er fast transparent ist. Dazu nur ein bisschen Salbeibutter, ein paar geschmolzene Tomaten, ein Hauch frisch geriebener Parmigiano.
Mehr braucht es nicht.
Welche Pasta ich aus diesem Teig mache
Aus diesem Teig kannst du unglaublich viel machen: Tagliatelle - Klassisch, elegant, perfekt für:
- Ragù
- Butter und Salbei
- Pilzragout
- Artischockenragout
Tortellini & Tortelli Maremmani - Ich liebe diesen Teig für feine Tortelli – besonders groß und hauchzart, wie man sie aus der Toskana kennt. Nur gefüllt mit einer feinen Ricotta Spinat Füllung.
Ravioli & Raviolo - Meine absolute Lieblingsform. Ein einzelner großer Raviolo, perfekt gefüllt, ist für mich der Inbegriff italienischer Küche.
Klassische & kreative Füllungen
Klassisch
- Ricotta & Spinat
- Ricotta & Zitrone
- Ricotta & Maroni
Vegetarisch
- Kürbis & Salbei
- Rote Bete & Ziegenkäse
- Pilze & Kräuter
Vegan
- Kartoffel & Olivenöl
- Spinat & Cashew
- Kürbis & Mandel
Mit Fleisch
- Kalb & Kräuter
- Rind & Rotwein
- Salsiccia & Fenchel
Gute Pasta braucht keine schwere Sauce
- Salbeibutter
- geschmolzene Tomaten
- Nussbutter
- hochwertiges Olivenöl und gehackte Oliven
- frisch geriebener Parmigiano Reggiano
Gründe, warum selbstgemachte Pasta einfach unschlagbar ist
- Geschmack - Frische Pasta schmeckt nach Ei, Mehl und Handwerk – nicht nach Verpackung.
- Textur - Kein Vergleich zu gekaufter Pasta: selbstgemacht ist zart, elastisch und lebendig.
- Kontrolle über Zutaten - Du weißt genau, was drin ist – keine Zusatzstoffe, keine Kompromisse.
- Entschleunigung und Achtsamkeit - Pasta machen erdet. Es ist meditativ, fast therapeutisch.
- Gemeinschaft - Pasta verbindet. Am Tisch. In der Küche. Im Team.
Häufige Fehler bei selbstgemachter Pasta – und wie ich sie vermeide
- Zu trockener Teig: Eiergröße variiert – Gefühl geht vor Gramm
- Zu wenig Ruhezeit: Geduld zahlt sich aus
- Zu dick ausgerollt: Pasta darf hauchdünn sein
- Zu lange gekocht: Frische Pasta ist schnell gar
Pasta vorbereiten, lagern & einfrieren – meine Tipps
- Frisch: Direkt nach dem Schneiden verwenden
- Kurz lagern: Max. 24 Stunden im Kühlschrank, gut bemehlt
- Einfrieren: Möglich, aber nur luftdicht verpackt
- Trocknen: Für längere Haltbarkeit, aber anderes Mundgefühl
Am liebsten esse ich Pasta immer frisch – alles andere ist für mich Plan B.
Mein persönliches Fazit zur selbstgemachten Pasta
Selbstgemachte Pasta ist kein Trend. Sie ist eine Haltung. Sie sagt: Ich nehme mir Zeit. Ich vertraue meinen Händen. Ich genieße den Prozess genauso wie das Ergebnis.
Wenn du dieses Rezept ausprobierst, wünsche ich dir nicht nur ein gutes Essen – sondern einen Moment für dich. Einen Moment, der nach Mehl duftet, nach Wärme, nach Zuhause.
Und vielleicht ist genau das der wahre Zauber von selbstgemachter Pasta. Sollte ich mit diesem Rezept dein Interesse geweckt haben kannst du dir unseren Pasta Kochkurs ansehen oder schreib mir gerne