
Zutaten
Diese Pavlova ist für mich das ideale Gegenstück zu selbstgemachter Pasta. Wo ich beim Pastateig nur Eigelb verwende, bleiben Eiweiße übrig – und genau daraus entsteht eines meiner liebsten Desserts. Leicht, elegant, knusprig außen, weich innen und perfekt ausbalanciert durch Säure und Frische.
Ich liebe Pavlova, weil sie unaufgeregt festlich ist. Sie passt zu Sommerabenden genauso wie zu Winterrunden, lässt sich vorbereiten und ist immer ein Hingucker. Und sie zeigt wunderbar, wie aus wenigen Zutaten etwas Großes entsteht.
Warum ich Pavlova so liebe
Sie ist nicht schwer, nicht süß um jeden Preis und nie laut. Sie lebt von Kontrasten: Knusprige Schale, marshmallow- weicher Kern, cremige Füllung, süß und fruchtige Säure, ausgewogen und balanciert.
Zutaten für meine Pavlova (für 4–6 Personen)
Für das Baiser:
- 4 Eiweiß
- 200g sehr feiner Zucker
- 1 TL Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 1 TL Speisestärke
- 1 TL Essig - Ich liebe Holunderessig dafür – er ist mild, floral und perfekt für Baiser
Außerdem:
- 1 Backblech
- 1 Backpapier
- Backofen auf 180 Grad vorheizen
Für die Füllung:
- 200 ml Sahne
- etwas Zucker nach Geschmack
- 100 ml Naturjoghurt
- frische oder TK Beeren (z.B. Himbeeren, Erdbeeren, Blaubeeren, Johannisbeeren)
Zubereitung
- Zuckermischung vorbereiten - Ich mische feinen Zucker, Vanillezucker und Speisestärke, falls kleine Klumpen sind dann muss die Mischung noch durch ein Sieb gestrichen werden.
- Eiweiß aufschlagen - Die Eiweiße kommen in eine saubere, fettfreie Schüssel. Ich gebe eine Prise Salz dazu und schlage das Eiweiß auf, bis es fast steif ist. Nicht sofort auf höchster Stufe starten – lieber langsam und gleichmäßig.
- Zucker einrieseln lassen - Jetzt lasse ich die Zuckermischung langsam einrieseln, während ich weiter schlage. Geduld zahlt sich aus. Ich schlage so lange, bis die Masse seidig-glänzend ist, sich stabile Spitzen bilden, kein Zuckerkorn mehr zwischen den Fingern spürbar ist
- Essig unterheben - Zum Schluss rühre ich kurz den Essig unter. Nicht lange schlagen – nur so viel wie nötig.
Warum Essig? Er stabilisiert das Eiweiß und sorgt für den typischen, leicht weichen Kern der Pavlova. - Pavlova formen - Ich setze die Masse entweder als einen großen Kreis oder als mehrere kleine (ca. 3 cm hoch) auf das vorbereitete Backblech. In der Mitte forme ich eine leichte Mulde für die spätere Füllung oder ohne wenn ich das Baiser aufschneiden möchte.
Backen – langsam & sanft - Backofen von 180 °C auf 100 °C Umluft herunterschalten und das Baiser ca. 70 Minuten backen
Die Pavlova soll außen trocken & knusprig und innen weich bleiben. Nach der Backzeit den Ofen ausschalten und die Pavlova im Ofen auskühlen lassen. Ich klemme immer einen Kochlöffel in die Ofentür, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. So bleibt das Baiser stabil und reißt weniger.
Die Füllung – leicht & frisch
- Sahne aufschlagen - Ich schlage die Sahne mit wenig Zucker steif.
- Joghurt unterheben - Dann rühre ich den Naturjoghurt unter – vorsichtig, damit die Creme luftig bleibt. Diese Mischung liebe ich, weil sie leichter ist als pure Sahne, eine feine Säure mitbringt, perfekt zur Süße des Baisers passt
- Pavlova füllen & zusammensetzen - Baiser vorsichtig halbieren, Sahne-Joghurt-Creme auf die untere Hälfte geben, Beeren großzügig darauf verteilen, Deckel aufsetzen. Erst kurz vor dem Servieren füllen – so bleibt das Baiser knusprig.
Beeren & Variationen
Meine liebsten Beeren:
- Himbeeren, diese müssen aber frisch und nicht TK sein
- Johannisbeeren
- frische Erdbeeren und Melisse
Saisonale Ideen:
- Pflaumen und Vanille
- Rhabarberkompott
- Pfirsich oder Nektarine
Extra Toppings:
- Zitronenabrieb
- Minze
- geröstete Mandeln
- Krokant
Gründe, warum Pavlova das perfekte Dessert ist
- Ideale Eiweißverwertung - Perfekt nach Pasta, Mayonnaise oder Eis.
- Leicht und Elegant - Kein schweres Dessert – ideal nach einem großen Menü.
- Gut vorbereitbar - Baiser am Vortag, füllen kurz vor dem Servieren.
- Variabel & saisonal - Ob Sommerbeeren oder Winterfrüchte – Pavlova geht immer.
- Immer ein Wow-Effekt - Sieht spektakulär aus, ist aber überraschend einfach.
Pavlova & meine Kochschule
In meiner Kochschule Kochraum ist Pavlova ein wunderbares Beispiel dafür, wie Technik, Geduld und Gefühl zusammenspielen. Ob im Dessertkurs, beim Teamkochen oder als süßer Abschluss eines Menüs – Pavlova zeigt, wie wichtig Timing und Ruhe sind.
Gerade beim gemeinsamen Kochen entstehen dabei oft die besten Gespräche. Und genau dafür steht meine Küche.
Gerade die Pavlova steht für das, was wir in unserem nachhaltigen Kochkurs leben: Zero Waste von Anfang an gedacht – nose to tail, leaf to root. Während ich für meine selbstgemachte Pasta ausschließlich Eigelb verwende, entstehen aus dem übrigen Eiweiß luftige Desserts wie diese Pavlova. So wird aus bewusster Planung kein Verzicht, sondern echter Genuss – und genau dieses Denken vermitteln wir im Kochraum: respektvoller Umgang mit Lebensmitteln, kreatives Weiterdenken und Kochen mit Haltung.